29 November 2010

Mosesberg und Katharinenkloster





Dank des Guides mussten wir nicht 40 Jahre umherirren; und anstelle eines brennenden Dornbuschs und 10 Geboten erhielten wir ein tolles Schauspiel eines Sonnenaufganges auf dem Mosesberg zu sehen! Es war eine richtige Pilgerreise nachts mit hunderten von Leuten hoch auf den Gipfel hoch zu krackseln. Danach ging es hinab an den Fuss des Berges, wo das älteste durchgend bewohnte Kloster der Welt ruht. Das Katharinenkloster ist im 6. Jahrhundert gegründet worden. Da es das einzige Kloster ist, das dem byzantinischen Bilderstreit entkommen ist, beherbergt es die ältesten Ikonen überhaupt. Die hier abgebildete Ikone enstammt der Gründerzeit des Klosters. Die älteste Bibel (der Codex sinaiticus, 4. Jh.) wurde in diesem Kloster gefunden und sogleich entwendet (aktuell London). Ein Blatt des Codex wurde aber erst kürzlich in der Bibliothek entdeckt und ausgestellt! Das Kloster ist nicht zuletzt unversehrt geblieben dank seiner Befestigung mit einer 4m dicken Mauer ohne Eingang! Zugang hatte man durch einen Korb, der in den Eingang (ca. 6m über Boden) nach oben gezogen wurde (siehe Bild).

26 November 2010

Petra







Geritzt, gehämmert, aus dem Fels geformt; einfach gesagt aber atemberaubend. Nach einem 2km langen Marsch durch einen 80m hohen, engen Canyon standen die vor ca 2000 Jahren Weihrauch transportierenden Karawanen plötzlich vor einer imposanten Façade. Dieses Schatzhaus kündigt die Ankunft in der Stadt Petra an, welche strategisch geschickt am Knotenpunkt zwischen den Transportwegen von Ägypten nach Syrien und Arabien zum Mittelmeer lag. Die Bewohner der Stadt (Nabatäer) forderten Zoll und errichteten daraus eine wohlhabende und mächtige Stadt. Speziell an dieser Stadt ist die Tatsache, dass die Gebäude nicht erbaut, sondern der Fels soweit abgetragen wurde, bis Wohnhäuser, Tempel, Mausoleen, Schulen etc daraus entstanden. Ich hatte das Glück an einem seltenen Special „Petra by night“ teil zu nehmen und konnte das Schatzhaus nachts in einem Kerzenmeer erhellt sehen. Man beachte aber auch, aus welch schönem Gestein (alle möglichen Farben) der Fels geschichtet ist.

22 November 2010

TiTaTempel






Der archäologische Startschuss hat ganz im Süden begonnen: in Abu Simbel, bei den mächtigen Ramsesstatuen vor dem Eingang eines in den Fels gehauenen Tempel. Danach schuf ich mich mit Felucca (Segelschiff) und Bussen nordwärts bis Luxor. Auf dem Weg wurden alle Tempel abgeklappert. Was am Anfang halt irgendwie ägyptisch aussah, wurde mit jeder Führung spannender und fügte sich immer mehr zu einem Gesamtbild zusammen. Die Gräber im Tal der Könige/Königinnen waren der absolute Klimax! Bestens erhaltene Wandmalereien nach über 3000 Jahren; man bedenke, dass diese schon uralt waren, als Angkor Wat, Notre Dame oder das Kolosseum erbaut wurden. Leider durfte man dort keine Bilder machen.

17 November 2010

Bahariyya-Oase





Nach 5h Busfahrt quer durch die Wüste taucht plötzlich die Oase Baharyya auf. Von dort aus machte ich Ausflüge in die weisse und die schwarze Wüste. In der weissen Wüste sind die Lichtverhältnisse so ausgeprägt, dass während der Nacht ein deutlicher Schatten geworfen wird. Die skurrilen Felsformationen liessen einen alle möglichen Figuren darin erkennen. Die alten Marokkaner sagten, dass dort die Sonne aufgeht; und sie hatten recht; man kann nämlich dort sogar der Sonne einen guten Morgen-Kuss geben.

Alexandria – ein rö-gri-ägyptisches Chrüsimüsi



Nachdem ich das einzige noch stehende Weltwunder aus der Antike gesehen hatte, wollte ich natürlich noch beim zweiten in Ägypten Gestandenen vorbei gehen. Aber eben… vom Pharos ist keine Spur mehr. Anstelle dessen wurde nach seinem Einsturz eine Zitadelle um 1300 errichtet. Auf den ersten Blick sehen die Katakomben aus, wie jede andere aus; aber das spezielle an den Katakomben in Alexandria sind die Fresken, die römisch, griechische und ägyptische Darstellungen direkt nebeneinander zeigen und sogar vermischen. Die Bibliothek von Alexandria wurde zum Andenken an seinen komplett zerstörten und ohne Überbleibsel schon fast vergessenen antiken Vorgänger in überdimensioniertem Ausmass gebaut und 2002 eröffnet. .

Ein antikes Weltwunder




Den herbsten Muskelkater ever, habe ich mir beim Pyramidenbesteigen eingefangen; genauer als ich mich gebückt und in halber Hocke durch den ca 90cm hohen und 62m langen Gang (27° Steigung) in der Roten Pyramide (Dahschur) hoch und runter zwängte. Ich war total beeindruckt von der Konstruktion, auch wenn die Grabkammer dann leer war. Daneben befindet sich gleich die Knickpyramide, wo der Steigewinkel zum Baubeginn etwas kühn gewählt wurde und im Prozess abgeändert werden musste. Natürlich durfte auch das legendäre Pyramidenstossen in Gizeh nicht fehlen! (siehe Bild).

10 November 2010

Hello my friend


Läuft man durch das Städtchen Hurghada wird man in jeden Shop reingezerrt und es wird einem jeder mögliche und unmögliche Schischi angedreht. Ich konnte mich kaum wehren, als mich der Ladenbesitzer in diesen heissen synthetischen blauen Stoffsack verpackte und oben drauf noch einen Turban zwirlte. Noch bevor ich richtig begriff, was mit mir geschah, strahlte mich ein pechschwarzes Gebiss an, woraus „cheeeeeese“ dröhnte. Man muss ihnen lassen, dass sie wirklich alle sehr nett sind aber nach dem 3. Oder 4. Tee wird einem das Gschwafel doch ein Bisschen zuviel. Somit gibt es nicht viel anderes als an den Strand zu sitzen und in der Sonne zu braten. Da die Fähre von Hurghada auf die Sinai-Halbinsel kaputt ist, muss ich meine Pläne ändern und fliege nun direkt nach Cairo.

07 November 2010

Fluch der Pharaonen oder doch des Swatch-Lädelis


Dass die erste Grenze, die ich heute überqueren sollte, der Rösti-Graben sein würde, hatte ich heute Morgen noch nicht geahnt. Der Fluch der Pharaonen holte mich schon am Flughafen Zürich ab und ich hab wiedermal geschafft, was sonst niemandem passiert…

Dabei fing alles so gut an: Nach dem EinChecken noch etwas rumbummeln, Uhrenbatterie wechseln – nicht dass ich am End noch den Flug verpasse - weiterbummeln und pünktlich durch die Passkontrolle gehen. „Haha.. machen Sie keine Witze“ sagte ich zur Frau an der Passkontrolle, nachdem sie meinte, dass mein Gate schon geschlossen sei. Als ich verwirrt auf die Uhr schaute, erwiderte ich, dass es ja noch eine Stunde hin sei bis zum take off. Es dauerte eine Weile, bis ich mich überzeugen liess und schlussendlich realisierte, dass die Frau im Swatch-Lädeli meine Uhr um eine Stunde falsch gestellt haben muss. Ein paar Mal leer Schlucken später und nach einem Parcours von Pontius bis Pilatus sass ich mit meinem neuen Ticket im Zug nach Genf. Olé, the journey starts!