Die Einstellung dem Leben gegenüber ist hier sehr verschieden von unseren Ansichten. Man macht sich auch keine Gedanken, wenn halt mal wieder jemand stirbt. Wenn ein Patient im Nieren versagen liegt und man eine Bilanz verlangt, klappt das ganz sicher nicht. Ob/wieviel/wann der Kathetersack geleert wurde bleibt ein magnum mysterium. Verordnet man bei hohem Fieber eine höhere Infusionsmenge, ist es keine allzu grosse Überraschung, wenn am nächsten Tag immernoch der gleiche Beutel (1liter) hängt. Wenn man der Pflege dann erklärt, dass die Leute daran sterben, folgt bloss ein fragendes: „oh..“. Ich seufze jedesmal innerlich, wenn ich die Schwestern sehe mit dem Leichenwägelchen das Spital verlassen. Für sie ist es aber jedesmal ein Käferfest, wenn sie mit der Blechkarosse den holprigen Weg runter donnern. Ein unglaubliches Gekicher bei dem Gehopse. Einstellung zu Leben und Tod scheint stark Kultur geprägt zu sein.
22 Februar 2010
Leben und Tod
Die Einstellung dem Leben gegenüber ist hier sehr verschieden von unseren Ansichten. Man macht sich auch keine Gedanken, wenn halt mal wieder jemand stirbt. Wenn ein Patient im Nieren versagen liegt und man eine Bilanz verlangt, klappt das ganz sicher nicht. Ob/wieviel/wann der Kathetersack geleert wurde bleibt ein magnum mysterium. Verordnet man bei hohem Fieber eine höhere Infusionsmenge, ist es keine allzu grosse Überraschung, wenn am nächsten Tag immernoch der gleiche Beutel (1liter) hängt. Wenn man der Pflege dann erklärt, dass die Leute daran sterben, folgt bloss ein fragendes: „oh..“. Ich seufze jedesmal innerlich, wenn ich die Schwestern sehe mit dem Leichenwägelchen das Spital verlassen. Für sie ist es aber jedesmal ein Käferfest, wenn sie mit der Blechkarosse den holprigen Weg runter donnern. Ein unglaubliches Gekicher bei dem Gehopse. Einstellung zu Leben und Tod scheint stark Kultur geprägt zu sein.
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